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Liebe Leser,
Am 3.11.09 erreichte uns folgende Meldung:
Sieben Noriker sterben an Weidekrankheit
Im nordrhein-westfälischen Büren sind sieben Noriker-Kaltblutstuten und -Fohlen mit großer Wahrscheinlichkeit an der so genannten Atypischen Weidemyopathie verendet.
Eine Nachricht, die in unserer Redaktion für einigen Redestoff sorgte. Besonders als wir erfuhren, dass sich insgesamt 13 Pferde auf der besagten „Todeskoppel“ aufhielten, aber nur sieben von ihnen anschließend starben. Warum nicht alle? Und wie sicher ist es, das die Tiere an der atypischen Weidemyopathie verendeten und nicht bewusst vergiftet worden sind? Wie geht es dem Pferdebesitzer und wie behandelt das Veterinäramt diesen Fall?
Fragen, die unserer Redaktionsassistentin und Diplombiologin Silke Dehe und mir, Volontärin Katharina Schön, keine Ruhe mehr ließen. Nach ein paar Telefonaten, vielen Fragen und dem Forschergeist im Gepäck machten wir uns dann gestern auf den Weg zum Tatort, dem Norikergestüt Borkenhagen nach Büren (Nähe Paderborn). 300 Kilometer und drei Stunden Fahrt von der Redaktion entfernt.
Der Züchter der Pferde, Erwin Borkenhagen, und seine Lebensgefährtin Ulrike Brücker, wirkten trotz des Verlusts der Tiere sehr gefasst und freundlich. Sie zeigten uns die Pferde, die überlebt haben und begleiteten uns auf die Unglücksweide.

Die Todesweide, auf der sieben Pferde starben.
Hierbei handelt es sich um ein 20 Morgen großes Grundstück. Trügerisch gewöhnlich wirkt die Wiese, die zum Teil mit Streuobstbäumen besiedelt ist. Doch wie konnte das Gift, wenn es eines war, in die Pferde gelangen und bei einigen von ihnen den Tod auslösen?
Wir gingen die Weide rauf und runter, machten Fotos und sprachen zwischenzeitlich mit dem behandelnden Tierarzt der Pferde, Dr. Günther Gebbe.

Silke Dehe von Pegasus-fs und Norikerzüchter Erwin Borkenhagen diskutieren über die Weidebepflanzung.
Silke Dehe nahm diverse Proben des Bodens und der Pflanzen, um weitere Untersuchungen mit dem Mikroskop anzustellen. Denn ohne genauere Untersuchungen des Bodens lassen sich nur wage Vermutungen anstellen.
Seltsam finden wir, dass sich solch mysteriöse Pferdesterbefälle im Umkreis des Norikergestüts zu häufen scheinen. Erwin Borkenhagen erzählte noch von einem Quarter Horsefohlen, das kurz nach dem täglichen Weidegang plötzlich starb. Mit ähnlichen Symptomen, wie sie seine Noriker zeigten: Starkes Schwitzen, krampfige und erhöhte Atmung, ständiges Hinlegen und Wiederaufstehen, sofern es noch möglich ist, roter Urin.
Fakt ist: Wir als Redaktion bleiben an dem Fall dran. In der Pegasus-fs Ausgabe 1/10, die am 23.12.09 erscheinen wird, berichten wir aktuell von unserem Besuch auf dem Norikergestüt, ersten medizinischen Erkenntnissen und darüber, wie es bei Erwin Borkenhagen trotz des Verlusts seiner sieben Pferde in Zukunft weitergehen wird.
Wenn auch einer von Ihnen selbst betroffen ist oder von einem ähnlichen Fall gehört hat, dann melden Sie sich bitte unter katharina.schoen@pegasus-fs.de.
Aktuelle Infos gibt es natürlich auch weiterhin auf unserer Internetseite und im Redaktionsblog.
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